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Aktuell & Events 1/2013 |
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SAVE Foundation und SAVE Netzwerk
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(vierteljährlich
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eNews:
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2013 ist das 20-jährige Jubiläum des SAVE Netzwerks. Um diesen wichtigen Meilenstein für die Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen und Kulturpflanzen zu würdigen, werden die eNews 2013 einen Rückblick auf die Ereignisse werfen, die zur Etablierung des SAVE Netzwerkes und der SAVE Foundation führten und die Aktivitäten der letzten 20 Jahre beleuchten. Diese Ausgabe beleuchtet die ersten 5 Jahre, in denen sich SAVE von der Idee zum Netzwerk und zur Stiftung entwickelte.
In der Zeit zwischen 1993 und 1997 entwickelte sich Europa rasant: Neue Länder entstanden, mit den Verträgen von Maastricht erhielt die Europäische Union eine Art Verfassung und der Konflikt im ehemaligen Jugoslawien eskalierte zum Krieg. Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt, 1992 in Rio unterzeichnet, trat 1993 in Kraft. Damit war ein internationaler Rahmen geschaffen, alle Formen der biologischen Vielfalt zu schützen und zu erhalten. Neben diesen politischen Ereignissen veränderte sich die Welt auch auf andere Weise: Die Entwicklung des Internets läutete eine neue Lebensart ein. Die Auswirkungen von genetischen Modifizierungen, Klonierungen und Erkrankungen wie "Rinderwahnsinn" (Bovine Spongiform Encephalopathy, BSE) veranlasste die Konsumenten, einen genaueren Blick auf die Produktion unserer täglichen Nahrung zu werfen. Der Fall des Eisernen Vorhangs war ein Wendepunkt für die wirtschaftlichen Strukturen der osteuropäischen Länder und natürlich auch in der Landwirtschaft. Während im Westen die Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen und Kulturpflanzen als genetische Ressourcen und kulturelles Erbe hauptsächlich von Nicht-Regierungs-Organisationen (NROs) wahrgenommen wurde, leisteten in Osteuropa Institutionen auf unterschiedlicher staatlicher Ebene wichtige Arbeit. Doch nach den strukturellen Veränderungen, war es den Staaten nicht mehr möglich, diese Aktivitäten zu finanzieren. So wurden viele Initiativen eingestellt, starteten auf einer neuen Basis (z.B. Beweidung und Touristenattraktion in Nationalparks) oder wurden durch westliche NROs unterstützt. Hatten diese NROs bisher informell zusammengearbeitet, so sahen sie jetzt die Notwendigkeit für eine bessere grenzüberschreitende Koordination der Erhaltungsarbeit, die auf europäischer Ebene institutionalisiert sein sollte. Die "Bodensee-Treffen" hatten bereits Mitte der 1980er Jahre mit Vertretern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz begonnen. Bald schlossen sich auch Teilnehmer aus Österreich, Holland und Norwegen an. Die Treffen fanden einmal jährlich in der Nähe des Bodensees statt und dienten dem Erfahrungsaustausch, der gegenseitigen Abstimmung und Vernetzung. Im Oktober 1993 gaben die Teilnehmer der "Bodensee-Treffen" grünes Licht für die Gründung von SAVE (Sicherung der landwirtschaftlichen ArtenVielfalt in Europa) Das erste SAVE-Treffen fand im November 1993 in Lindau, Deutschland, statt. Hier wurden die Grundlagen der Strukturen von SAVE, die Arbeitsprinzipien für Projekte, das Logo entwickelt und der Standort eines SAVE Büros diskutiert. Von Anfang an hatte SAVE ein Büro in Deutschland und eines in der Schweiz. Der Schweizer Standort - früher auch Sitz der Schweizer Partnerorganisation ProSpecieRara (PSR) - ist bis heute geblieben. Das erste Büro in Deutschland war in Witzenhausen und spiegelte die enge Zusammenarbeit mit einem weiteren Netzwerkpartner der ersten Stunde, der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen e.V.) wider. Die Aufgabe von SAVE war und ist es, nationale Erhaltungsorganisationen aufzubauen und zu unterstützen. Wenn solche Organisationen fehlen, wird SAVE in dem entsprechenden Land aktiv. Daher waren die ersten Projekte meist dringliche Rettungsaktionen, wie z.B. die Lebenderhaltung des polnischen Roten Höhenviehs (Podgorska), die Rettung der Turopolje Schweine zwischen den Frontlinien im heutigen Kroatien, die Unterstützung der Karakachan Pferde in Bulgarien, die Integration der letzten reinrassigen Walachenschafe in neue Zuchtgruppen etc. Parallel dazu wurden umfangreiche, grenzüberschreitende Monitoring-Aktivitäten durchgeführt. SAVE und das eng verbundene "Monitoring Institute for Rare Breeds and Seeds in Europe" sammelten Daten und Informationen z.B. in den Karpaten und im Balkan zusammen mit lokalen Experten sowie durch historische Literaturrecherche. ![]() Um die Erhaltung nachhaltig zu gestalten, müssen alle Beteiligten im Sinne des "Prinzips der drei Säulen" vernetzt werden. Dieses Prinzip basiert auf der Aufgabenteilung zwischen Staat, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Alle drei Säulen sind im SAVE Netzwerk repräsentiert und aktiv für die Lebenderhaltung der landwirtschaftlichen Vielfalt in Europa.
Wichtige Ereignisse in den frühen Jahren des SAVE Netzwerkes November 1989 1989-93 1991 22.- 24. Mai 1992 August 1992 16. September 1992 3.- 4. April 1993 25. September 1993 9. Oktober 1993 27. November 1993 21. Dezember 1993 15.- 17. Juli 1994 26. Oktober 1994 Die Vorbereitung zur Gründung des SAVE Netzwerkes und die frühe Projektarbeit war nur möglich durch die grosszügige finanzielle und ideelle Unterstützung durch: Erlenmeyer-Stiftung, Hans-Peter Grünenfelder, Pavel Beco, Markus Stadelmann, Peter Goop und Paul Friedlos.
Vorläufer
des SAVE Projektbüros
(1991-93) Viele Kontakte entstehen auch aus persönlichen Bekanntschaften oder über junge Leute, denen Pavel einen Besuch und Aufenthalt in der Schweiz ermöglicht hat - für die meisten der erste und unerschwingliche Besuch im Westen überhaupt. Entsprechend gross ist die Dankbarkeit - und die daraus resultierende Gastfreundschaft treibt manchmal seltsame Blüten. Bei einem Besuch bei der Familie einer jungen Agronomiestudentin in Mähren werden die Schweizer mit einem 8-gängigen üppigen Festmahl bewirtet. Während sich Pavel dank einer Einladung zum Pfadfindertreffen zurückziehen kann, bleiben Hape und ein Begleiter zurück und werden von der Mutter trotz vehementer Abwehr massiv genötigt, nochmals und nochmals zu schöpfen. Zuletzt wissen sie sich nicht anders zu helfen, als aus dem Fenster in den Garten zu springen, als die Gastgeberin kurz in der Küche verschwindet. Sie folgen Pavel in das Pfadiheim und erleiden beinahe einen Schock, als sie dort ein grosses kaltes Buffet vorfinden - zu dem sie selbstverständlich mit Nachdruck eingeladen werden. Weitere Reisen folgen. Der Handlungsbedarf im Osten ist riesig und die Erhalter gefährdeter Nutztierrassen, die im Kommunismus teils unbehelligt ein Nischendasein führen konnten, sehen sich plötzlich der Marktwirtschaft gegenüber. Die wegfallenden staatlichen Subventionen und die um das x-fache billigeren Produkte aus Asien (z.B. Schafwolle) machen die Haltung der Tiere auf einen Schlag unrentabel. Die Entwicklung, die im Westen Jahrzehnte dauerte, vollzieht sich - überstürzt - in wenigen Jahren, beinahe Monaten. Bei der Auflösung von LPGs werden ganze Herden geschlachtet, um zu Geld zu kommen und die Löhne zu bezahlen, die nun nicht mehr vom Staat geleistet werden. Es werden so viele Kühe geschlachtet, dass in Tschechien akuter Milchmangel herrscht. Von tausendköpfigen Schafherden auf der ersten Reise sind nach einem Jahr noch Hunderte, wenige Monate später bestenfalls ein paar Dutzend Tiere übrig. Pavel und Hape bereisen jedes Jahr einige Wochen die hintersten Ecken und Täler der Karpaten auf der Suche nach Reliktgruppen von Walachenschafen und Tatra-Rindern. Mit Fotos aus alten Publikationen befragen sie Veterinäre und Dorfvorsteher.
Die gezielte Suche in Randgebieten, die von einer ethnischen Minderheit bewohnt werden, bewährt sich. Während in den zentraleren Lagen die Kollektivierung zu sehr einheitlichen Zuchtresultaten geführt hat, sind in diesen abgelegenen Regionen die alten Lokalrassen noch bekannt. Oft bekommen aber Hape und Pavel zu hören, sie wären um ein paar wenige Jahre zu spät gekommen, die letzten Exemplare wären kürzlich geschlachtet worden. Manchmal führen falsche Versprechungen geltungsbedürftiger Informanten zu stundenlangen vergeblichen Fahrten. Und die Grenzbeamten haben wenig Verständnis für Ausländer, die Kilometer lang auf kleinen Nebenstrassen entlang der Grenze fahren. Aber dann gibt es Sternstunden, wenn im zweitletzten Haus in der hintersten Gasse des letzten Dorfes vor der ukrainischen Grenze plötzlich doch die ursprünglichen Walachenschafe gefunden werden. Dringliche Projekte werden in Angriff genommen:
Der Einsatz von Eko-Team wirft grosse Wellen, Pavel und Hape erhalten direkten Zugang zu Regierungsstellen in Prag. Vize-Umweltminister Bartak lässt es sich nicht nehmen, bei einem Schweizbesuch auch den Schaubauernhof von Pavel Beco im toggenburgischen Dicken zu besuchen (vgl. Bild). ![]() Die Koordinationsstelle von Eko-Team in Prag ist PR-mässig ein voller Erfolg. Ohne teure Werbespots am Fernsehen kann die Bedeutung der AgroBiodiversität bekannt und politisch "salonfähig" gemacht werden. Auch wenn Regierungsvertreter jeweils klar stellen, dass dabei die Rede von der Marmelade auf dem Brot sei, die Länder im Osten aber erst einmal für das Brot und allenfalls noch für die Butter darauf zu sorgen hätten. Eko-Team strahlt zwar auch in die Nachbarländer Tschechiens aus und deren Vertreter werden zu Sitzungen nach Polen und Ungarn eingeladen. Aber es zeigt sich, dass sich die dortigen Projektpartner nicht von Prag aus koordinieren lassen. Initiativen zur Erhaltung des Podgorska-Rotviehs, der Swiniarka-Schafe und des Bialogrzbetka-Rindes in Polen kommen nicht vom Fleck. So wird Eko-Team 1993 aufgelöst und die Koordination in die Schweiz nach St.Gallen verlegt, wo sie eine der Aufgaben des neuen SAVE Projektbüros wird. 1994 konnte dann das SAVE Projektbüro, zusammen mit der deutschen GEH und Partnern in Polen die letzten Reste des Podgorska-Rotviehs in den Waldkarpaten retten.
Im Dezember 1997 fand die erste Jahrestagung der SAVE Foundation in Utrecht, Niederlande, statt. Mit einer Liste von 33 potentiellen Kooperationspartnern, die zu kontaktieren waren, und den beiden Gründungspartnern GEH und Arche Austria begann SAVE Foundation die Arbeit. Die beiden Büros - in Witzenhausen geführt von Karola Stier und in St. Gallen, geführt von Waltraud Kugler - nahmen die Koordinationsarbeit der neu gegründeten Dachorganisation auf. Die Arbeiten umfassten:
In den nächsten eNews werden die frühen Jahre der SAVE Foundation beleuchtet und ein Blick auf die Organisationen und Individuen geworfen, die bei SAVE aktiv sind. ![]()
Bereits 1993 wurde von der SAVE Vorbereitungsgruppe eine Liste mit prioritären Projekten erstellt. Während einige dieser Projekte, wie z.B. der Aufbau einer Sammlung von Wildobst immer noch auf der "Wunschliste" verblieben sind, zählen andere zu den wichtigsten Aktivitäten von SAVE in den letzten 20 Jahren. Zusätzliche Projekte wurden in die Liste aufgenommen, wenn die Notwendigkeit es erforderte. Die folgenden Projekte sind eine kleine Auswahl der ersten fünf Jahre des SAVE Netzwerkes. Walachen Schaf Während der Kolonisierung durch die Walachen nahmen Hirten ihre Schafe mit auf ihrer Wanderung nach Westen und liessen sich in den Beskiden, einem Gebiet in den Karpaten, nieder. Die Schafe blieben zwischen dem 13. und dem 16. Jahrhundert in dieser Mährischen Gebirgskette isoliert und entwickelten sich zu einer eigenständigen Rasse. Diese ursprüngliche Schafrasse wurde nur in der Slowakei und in Tschechien gezüchtet. Grosse Herden wurden zur Milch- und Fleischnutzung, zur Leder- und Wollproduktion gehalten. Unter staatlicher Leitung der ehemaligen Tschechoslowakei wurden die Walachenschafe durch Einkreuzung von Leistungsrassen verbessert. Dadurch wurden die meisten Tiere der ursprünglichen Rasse verdrängt. In den 1980er Jahren, als diverse Initiativen zur Erhaltung dieser eindrücklichen Rasse begannen, wurden nur noch wenige reinrassige Individuen gefunden. Zur Koordination der Erhaltungszucht bildete SAVE ein Netzwerk von Akteuren und betreute den Aufbau von Zuchtgruppen. In den letzten 20 Jahren entwickelten sich die Bestandeszahlen von einer hochgradig gefährdeten Rasse zu einer kontinuierlich wachsenden Population. Turopolje Schwein Das Turoppolje Schwein stand in den 1990er Jahren während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien kurz vor der Ausrottung. Die Rettung dieser Schweinerasse zwischen den Fronten der Kriegsparteien ist wahrscheinlich eine der dramatischsten Rettungsaktionen, die SAVE jemals durchführte. Als 1991 der Krieg in Kroatien ausbrach, konnten die Schweine nicht mehr freilaufend auf den Weiden der Sava-Auen gehalten werden. Der Markt für das Fleisch war zusammengebrochen und die Tiere wurden von den Soldaten zu ihrer Ernährung geschossen. SAVE war es in Zusammenarbeit mit dem Tierpark Schönbrunn in Wien und der Stiftung EuroNatur möglich, im Winter 1993/1994 einige Tiere an sichere Plätze zu verstellen und andere für die Erhaltungszucht zu markieren, damit ein Zuchtbuch eröffnet werden konnte. Dieses Interesse von aussen an ihren Schweinen brachte den lokalen Bauern Hoffnung in einer schweren Zeit. ![]() Turopolje Schweine sind perfekt an die Auen des Sava Flusses angepasst und somit einzigartig. Sie können im Wasser nach Futter suchen und tauchen sogar manchmal nach Muscheln. Somit sind sie bis heute ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems in den Sava-Auen. Die Rasse gehört zu den Fettschweinen und wurde mit lokalen Fleischrassen und im 19. Jahrhundert auch mit englischen Berkshire Schweinen gekreuzt. Die spannende Rettung der Turopolje Schweine war eine Erfolgsgeschichte &endash; aber dieser Erfolg war nur möglich, weil die Schweine kurzfristig an einen anderen Ort verstellt werden konnten. Rettungsgeschichten wie diese führten letztlich zum Konzept der Arche- und Rettungsstationen und der Informationsplattform Arca-Net (www.arca-net.info) und ELBARN (vgl.: www.elbarn.net) Podgorska Rotvieh Vertreter des SAVE Netzwerkes kauften 1994 einige der letzten reinrassigen Podgorska Rotvieh Rinder in Südpolen, um die Erhaltung der Rasse zu sichern. Das polnische Rotvieh ist die einzige autochthone Rinderrasse Polens. Es gehört zum zentraleuropäischen roten Typ. Seit 1960 wurden dänisches und seit 1980 Anglerblut eingekreuzt. Die Tieflandvarietät "Dolinowa" existiert nicht mehr in reinrassiger Form. Nur die Hochlandvarietät, das Podgorska Rotvieh hat in kleinen Bestandeszahlen reinrassig überlebt. Das polnische Rotvieh ist ein typisches Opfer des wirtschaftlichen Strukturwandels im Osten. Die Population, die in den 1960er Jahren noch 20% des Rinderbestandes Polens ausmachte, war auf gerade noch 50 Tiere der Podgroska Varietät gefallen. Diese letzte Herde wurde auf einer Staatsfarm in den polnischen Beskiden als Erhaltungsherde gehalten. Als die polnische Regierung kein Budget mehr für die Lebenderhaltung genetischer Ressourcen hatte, kauften SAVE und GEH Deutschland die wichtigsten Zuchtlinien 1994 in einer Rettungsaktion. Ein In-Situ Erhaltungsprojekt war damit lanciert. Die Tiere verblieben auf der nun privatisierten Farm und der Bauer verpflichtete sich, die Rinder in Übereinstimmung mit den Anweisungen von SAVE zu züchten. ![]() In Zusammenarbeit mit dem zootechnischen Institut in Balice/Krakau (Prof. J. Trela) und dem genetischen Institut in Mrokow (Prof. Z. Reklewski) war die wissenschaftliche und technische Begleitung und Besamung mit reinrassigem Sperma gesichert. Wegen wirtschaftlichen Problemen der Farm mussten die Tiere 1990 verstellt werden. Als sich die wirtschaftliche Situation in Polen verbesserte und wieder Mittel und Möglichkeiten zur Lebenderhaltung genetischer Ressourcen vorhanden waren, wurde die Herde im Frühjahr 2000 wieder in polnische Obhut übergeben. Sie befindet sich nun in Gladyszów, nahe dem ursprünglichen Ort. Dank des SAVE Engagements konnte ein nationales genetisches und kulturelles Erbe Polens lebend erhalten werden. Die Kerngruppe in Gladyszów befindet sich noch immer im Eigentum von SAVE. Mangalitsa Schwein Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden im Einflussbereich der Donau-Monarchie Mangalitsa Schweine gezüchtet. Bis nach dem 2. Weltkrieg erfreuten sich die Mangalitsas einer grossen Beliebtheit. Als sich aber die Nachfrage nach Schweinespeck massiv verringerte, wurde die Zucht nahezu eingestellt. Mangalitsa Schweine gibt es in drei Varianten: blond, rot und schwalbenbäuchig (dunkel mit hellem Bauch). Die Tiere sind robust, krankheits- und stressresistent und bewegen sich in jedem Gelände sicher. Sie können auch während des Winters (mit einem Unterstand) im Freien gehalten werden. Im SAVE Focus, 1997 erstmals veröffentlicht, wurde die Notwendigkeit einer internationalen Koordination der Erhaltung betont. In Ungarn, Österreich, Deutschland und in der Schweiz wurden Erhaltungszuchten aufgebaut. Allerdings traten Inzuchtprobleme auf. Durch eine internationale Koordination der Zucht wurde dieses Problem angegangen. Ausserdem konnten so seltene und sehr seltene Zuchtlinien verbreitet werden. Ein internationaler Zuchtstandard und ein Zuchtbuch wurden aufgebaut. Heutzutage sind Mangalitsa Schweine wieder weit verbreitet, denn die Qualität des Fleisches und das Fett, das eine ganz besondere Zusammensetzung hat, werden zunehmend geschätzt. Karakachan Pferde, Hunde und Schafe Die Karakachan Pferde, Hunde und Schafe sind Landrassen, die in Bulgarien durch die nomadische Viehhaltung, der einfachsten Art der Tierhaltung, entstanden. Die Karakacha-nen sind ein Nomadenvolk des Balkans, die von Historikern als Nachfahren der alten thrakischen Viehzüchter angesehen werden. Es wird davon ausgegangen, dass dank der konservativen Zuchttradition der Karakacha-nen die sehr ursprünglichen Rassen wie das Schaf vom Zakeltyp, das primitive Bergpferd und der Hütehund überleben konnten. ![]() In Zusammenarbeit mit SAVE baute die bulgarische NRO-Organisation zur Erhaltung der Biodiversität Semperviva, gegründet 1997, ein Erhaltungsprogramm dieser drei Rassen auf. Die Aktivitäten reichten vom Ankauf reinrassiger Tiere zur Schaffung einer Nukleusherde bis zur Gründung eines "Arche-Zentrums" zur Haltung und Zucht. Eine Gruppe der Karakachan Pferde weidet wieder im Pirin Nationalpark. Die Karakachan Hunde werden wieder als Hütehunde der Karakachan Schafe in ihrer natürlichen Umgebung eingesetzt. Das Arche-Zentrum im Pirin Nationalpark in Bulgarien ist nun sowohl die Heimat aller drei Karakachan Rassen als auch der hoch gefährdeten Kalofer Langhaarziegen mit den Schraubenhörnern.
Bereits 1993 wurde die Erfas-sung und Erhaltung der Busha Rinder auf dem Balkan von SAVE als wichtiges Projekt er-kannt. Von Beginn an wurden verschiedene Aktivitäten unter-nommen, um diese Rinderrasse und seine Varietäten zu erhalten. Die Shorthorn Rinder wurden ein Teil des Balkan- Netzwerkes zur Erhaltung der autochthonen Nutztierrassen. Busha Rinder sind durch die Veränderungen in der Landwirtschaft und durch Einkreuzung von grösseren Rassen gefährdet. Eine weitere Herausforderung ist die Notwendigkeit der grenzüberscheitenden Zusammenarbeit. So brachte der internationale Workshop auf dem Balkan in Pogradec (11.- 13. Sept. 2008) Partner für eine grenz-überschreitende regionale Zusammenarbeit für die indigenen Rassen des Balkans am Beispiel der Shorthornrinder (Busha, Illyrisches Rind, brachyceres Rind) zusammen. ![]() Im Rahmen der UN-FAO Förderungsstrategie zum globalen Aktionsplan für tiergenetische Ressourcen wurde das Projekt "BushaLive" zur Förderung angenommen. Zusammen mit Partnern der Universitäten Sarajevo und München und in Zusammenarbeit mit den nationalen Koordinatoren und Akteuren wird SAVE dieses Projekt bearbeiten. Inhalt ist die Bestimmung der verschiedenen Varietäten der Busha Rinder, die Sammlung der verfügbaren Informationen und Projekte wie z.B. durch den ERFP und SAVE, die phänotypische Charakterisierung sowie eine molekulargenetische Analyse und Abschätzung der Reinrassigkeit der verschiedenen Subpopulationen. Ferner werden Informationen über die Situation, Produktion, Erhaltung und Markchancen von Produkten durchgeführt und sogenannte "Best Practice Methoden" erfasst werden. Die Entwicklung eines grenzüberschreitenden In-situ-Erhaltungs- und Daten-Management Modells soll die Lebenderhaltung nachhaltig sicherstellen. Dies erfordert Informationsaustausch, Transfer von Technologien und den Aufbau entsprechender Kapazitäten auf dem Balkan. Ein Kick-off-Meeting findet am 18.-19. April in Sarajevo, Bosnien-Herzegowina, statt. Ziel ist es, die Anforderungen für die molekulargenetischen Anlaysen, die phänotypische Charakterisierung und die Erfassung der Situation, Produktion und Markchancen zu diskutieren und eine einheitliche Durchführung in den einzelnen Ländern und Regionen abzustimmen. Die meisten der notwendigen Exkursionen werden durch die Experten in den jeweiligen Ländern durchgeführt werden. Im Laufe des Projektes wird ausserdem ein Workshop mit einem breiteren Spektrum an Akteuren durchgeführt. Personen, die Interesse an dem Projekt oder Informationen über Busha Rinder auf dem Balkan haben, können das SAVE Projekt-Büro via office@save-foundation.net kontaktieren.
Erhaltung und Wertsteigerung für Obstsorten Im Rahmen des Partnerschafts- und Expert Funds der schweizerisch-rumänischen Zusammenarbeit wurde das Gemeinschaftsprojekt des Mihai Eminescu Trust und SAVE Foun-dation zur "Nachhaltigen Landwirtschaft in ländlichen Gebieten Rumä-niens: Erhaltung und Wertsteigerung für Obstsorten" akzeptiert. Damit können nun praktische Massnahmen zur Erhaltung der Obstsorten Sieben-bürgens umgesetzt werden. Ein Workshop mit Interessengruppen und Experten sowie die Planung von Massnahmen und Prioritäten mit lokalen Partnern wird die lokalen Gemeinschaften von Anfang an aktiv einbinden. Ein Demonstrationsgarten und eine Primärsammlung von traditionellen Obstsorten sorgen für die Erhaltung der wichtigsten Sorten. Informations- und Schulungsaktivitäten sollen das Interesse und die Identifikation der Bevölkerung mit ihrem kulturellen Erbe fördern und die Massnahmen zur Erhaltung sichern. ![]() Wie bereits in den letzten eNews berichtet, wurden die ersten Schritte für eine er-folgreiche Erhaltung der siebenbürgischen Obstsorten bereits eingeleitet. Derzeit wird die Pfropfung von Edelreisern vorgenommen. Wir freuen uns über die Beteiligung im schweizerisch-rumänischen Kooperationsprogramm und sehen den wichtigen Schritten hin zu einer nachhaltigen Erhaltung der siebenbürgischen Obstsorten entgegen.
7.-8. April: "Natur- und Bioprodukte Europa 2013", London, Grossbritannien Web: www.naturalproducts.co.uk 11.-14. April: Markt des guten Geschmacks - Slow Food Messe, Stuttgart; Web: www.messestuttgart.de/slowfood 18.-19. April: "BushaLive" Koordinations-Treffen in Sarajevo, Bosnien-Herzegowina. Kontakt: office@save-foundation.net 11. Mai: Spezialitätenmarkt Wädenswil; Wädenswil, Schweiz; Kontakt: guido.kunz@zhaw.ch, Web: http://www.spezialitaeten-markt.ch 11.-13. Mai: Peliti - International Seed Festival, Paranesti, Griechenland. Web: www.peliti.gr, Kontakt: peliti@peliti.gr 12.-16. Mai: Quantitative Merkmale für multifunktionales Wiesen- und Grasland; in Vrnjacka Banja, Serbien. 30. Tagung der Eucarpia-Sektion für Futterpflanzen. Web: www.eucarpia2013.ikbks.com 23.-24. Mai: Bergheuwiesen - ihr ökonomischer, sozialer und Umwelt-Wert; Konferenz in Gyimesközéplok, Rumänien. Kontakt: barbara.knowles@yahoo.co.uk, Web: http://mountainhaymeadows.eu/conference.php 27.-31. Mai: "Ökologie und Ökonomie für eine nachhaltige Gesellschaft". Internat. Konferenz in Trondheim, Norwegen. Kontakt: trondheim.conference@dirnat.no, Web: http://www.dirnat.no/content.ap?thisId=500046060 29.-31. Mai: "Moving for the Future", ICAR Technical Workshop 2013, Aarhus, Dänemark. Web: http://www.icar2013.dk 3.-6. Juni: Internat. Symposium "Landwirtschaft und Nahrungsmittel", in Elenite (bei Burgas), Bulgarien. Kontakt: agriculture@sciencebg.net, Web: www.sciencebg.net/en/ 9.-11. Juni: Konferenz "Naturfasern - Materialien für fortgeschrittene Anwendungen"; in Guimarães, Portugal. secretariat@icnf2013.com, Web: www.icnf2013.com/ 10.-12. Juni: 5. Symposium zu Forschungen in Schutzgebieten; Mittersill, Österreich. Kontakt: nationalpark@salzburg.gv.at, Web: www.hohetauern.at/symposium2013 12.-15. Juni: 2. Treffen "Let´s cultivate diversity", Peccioli, Italien. Web: www.semirurali.net, eMail: info@semirurali.net 20.-24. Juni: Jahreskonferenz 2013 der Europäische Föderation der City Farms, in Bodø, Norwegen: Kontakt: ingeborg.tangeraas@4h.no, Web: www.cityfarms.org/events/view/23 29. Juni: Eröffnung des Vermehrungsgartens "Bricherlächelchen" vom "Kraizschouschteschgaart", in Leudelange, Luxemburg. Web: www.kraizschouschteschgaart.info 26.-30. August: EAAP 2013 Jahrestreffen in Nantes, Frankreich. Web: www.eaap2013.org 1.-4. Sept.: 7. EPSO Konferenz "Pflanzen für eine grüne Wirtschaft"; in Porto Heli, Griechenland. Katerina.Karkala@epsomail.org, Web: http://tinyurl.com/cmcr8wm 12.-15. Sept.: Probleme und Aussichten für Hügelgebiete, Internat. Symposium in Ohrid, FYR Mazedonien; mgs.symposium@gmail.com, http://ohrid2013.igeografija.mk/ 19.-21. Sept. Let's Liberate Diversity; Internat. Treffen in Basel, Schweiz. Kontakt: info@prospecierara.ch 19.-21. Sept.: Jahrestreffen der SAVE Foundation und des europ. SAVE Netzwerkes in Biezenmortel, Niederlande. Kontakt: office@save-foundation.net 20.-21. Sept.: 7. Seminar zur Agrobiodiversität: "Agrobiodiversität - eine Chance für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung" in Biezenmortel, Niederlande. Kontakt: office@save-foundation.net , Web: www.save-foundation.net 26.-28. Sept.: Interdisziplinäres Symposium "Biogeographie der Karpaten: Evolution der Biodiversität in einem raumzeitlichen Kontext"; in Krakau, Polen. Kontakt: carpathians-biogeography@botany.pl, Web: http://bio.botany.pl/carpathians-biogeography/ 28. Sept.: Internationale Almkäseolympiade in Galtür, Tirol, Österreich. Web: http://tinyurl.com/cklgdky 29. Sept. - 2. Okt.: Internat. Konferenz zur globalen Nahrungsmittel-Sicherheit; in Noordwijkerhout, Niederlande. Web: http://www.globalfoodsecurityconference.com 3.-5. Oktober: BALNIMALCON 2013 (Balkan Animal Science Conference) in Tekirdag, Türkei. Web: http://balnimalcon2013.nku.edu.tr, Kontakt: balnimalcon2013@nku.edu.tr
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2013-03-29 |
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SAVE
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