![]() |
|||
|
Aktuell 1/2010 |
|||
|
SAVE Foundation und SAVE Netzwerk
|
|||
|
Home English
version |
=> Link zum SAVE eNews Archiv (vierteljährlich erscheinende PDF-Ausgaben von "Aktuell")
eNews:
Rettung der Büffel in Transkarpatien Die Karpatenbüffel gehören seit über tausend Jahren zum landwirtschaftlichen Bild des Donauraumes und der Süd-Karpaten. Sie sind die nördlichsten Vertreter ihrer Art. Feste, an den steinigen Untergrund angepasste Klauen, langes Fell für den Winter und ein gedrungener, massiger Körper machen den Karpatenbüffel zu einem robusten Überlebenskünstler. Damit unterscheidet er sich klar von seinen weiter südlich lebenden Artgenossen. Seine Arbeitskraft ist enorm, Milch und Fleisch sind schmackhafte Delikatessen. Da es seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in Transkarpatien (Karpato-Ukraine) keine koordinierte Zucht für diese Tiere mehr gibt, drohte der Bestand zusammenzubrechen und vollends zu verschwinden. Hauptprobleme sind die Überalterung der Züchter und Schwierigkeiten, geeignete Deckbullen für die Belegung zu finden. Vertreter von SAVE Foundation haben den Restbestand in Transkarpatien seit 1998 in den Augen. Damals gab es in vier Zuchten noch 65 Tiere, 10 Jahre später waren es noch 38 Tiere an drei Plätzen. ![]() Zusammen mit dem neuen ukrainischen Verein "Erhalt der Agro-Biodiversität der Karpaten (Förderverein in Deutschland: www.karpaten-bueffel.eu) gelang es im Jahr 2009 - angeregt nicht zuletzt durch das ELBARN-Projekt - in Transkarpatien in einer leerstehenden ehemaligen Kolchose eine Ark and Rescue Station aufzubauen und ein Büffel-Erhaltungsprojekt an die Hand zu nehmen. Dass das Projekt einem Bedürfnis entsprach, zeigt die stürmische Entwicklung:
Bis Ende 2009 waren in der Rescue Farm Saldobosch in Steblivka die ansehnliche Zahl von 19 Büffeln vorhanden, ohne dass die übrige Zucht darunter gelitten hätte. Die Population wird im Gegenteil durch diese Genreserve langfristig gestützt. Die Einrichtung der Ark & Rescue Sation Saldobosch kann als ein Paradebeispiel für die Rettung von gefährdeten Rassen bezeichnet werden. Das Projekt gelang, weil einige stark motivierte Personen und Organisationen zusammen spannten, alle Kräfte mobilisierten und rechtzeitig genügend Geldmittel für das Vorhaben fanden. SAVE Foundation dankt insbesondere der STAB Stiftung, Zürich, und den vielen Gönnern, die anlässlich der Spendensammlung vom Herbst 09 zur Rettung beitrugen. SAVE wünscht dem engagierten Team in Saldobosch auch für die Zukunft viel Erfolg! ("Saldobosh" im europ. Arche-Netzwerk: www.arca-net.info). => zur Spendensammlung: www.save-foundation.net/deutsch/spenden.htm
Balkan
Netzwerk für gefährdete autochthone
Nutztierrassen Situation, Vorkommen und Handlungsbedarf zur Lebenderhaltung der autochthonen Nutztierrassen des Balkans wurden 2004 - 2006 durch SAVE Foundation erfaßt und bewertet (vgl. SAVE eNews 1/2007). Suchtouren, Notfallmaßnahmen, Vernetzung der aktiven Halter vor Ort auf horizontaler und vertikaler Ebene, sowie grenzüberschreitend waren, neben Aktionen zu einzelnen Rassen und Beständen, die Schwerpunkte des Projektes. Trotz der Kriege und teilweise massiver wirtschaftlicher und struktureller Probleme haben viele autochthone Nutztierrassen auf dem Balkan zumindest in kleinen Populationen überlebt. Neben dringlichen Maßnahmen für einzelne Rassen, wurden erste Schritte für eine umfassende Vernetzung der Akteure eingeleitet. Balkan-Netzwerk
2007-2009
Im Webportal "Balkan Network for Agrobiodiversity" sind mehr als 70 Akteure erfaßt. Die "Topic Networks" Shorthornrinder und Büffel führen zu artspezifischen Artikeln und Informationen. (siehe www.agrobiodiversity.net/balkan). Die Vernetzung wurde auch über die Grenzen der Balkanregion hinaus wirksam: Im Rahmen der paneuropäischen konzertierten Aktion ELBARN European Livestock Breeds Arc and Rescue Net, www.elbarn.net) führten Synergien zu einer differenzierten Betrachtung der gesamten Region. Im Arca-Net, dem europäischen Netzwerk öffentlich zugänglicher Einrichtungen, die gefährdete Nutztierrassen und Kulturpflanzen zeigen (www.arca-net.info/), wurden 17 Einrichtungen der Balkanregion erfasst und im weltweiten Netz bekannt gemacht. ![]() Atlas der
Nutztierrassen Coaching Tour Ausblick Die Lebenderhaltung autochthoner Rassen spielt in den Balkanländern vielerorts eine vitale Rolle für die Bauern, denn die an die örtlichen Verhältnisse angepaßten Tiere können auch unter marginalen Bedingungen überleben und einen Ertrag liefern. Westliche Staaten unterstützen diese Regionen durch den Einsatz von Hochleistungsrassen, ohne die Situation vor Ort zu hinterfragen. Damit werden nicht nur die Bauern in eine Spirale wirtschaftlicher Abhängigkeit gebracht, sondern auch die über Generationen geschaffene genetische Vielfalt geht verloren. Das Bedürfnis nach regelmäßigen Treffen und Workshops zum Know-how-Austausch mit einer Moderation von außen ist angesichts der oft sehr fragilen politischen Situation ausgeprägt. Eigentliche Rettungsstationen, "Rescue Centres", sind in den Balkanländern kaum vorhanden. Im Fall von Seuchenzügen oder bei Naturkatastrophen - oder einfach weil der alte Bauer stirbt - können die Tiere nicht schnell an einen anderen sicheren Ort gebracht werden. Es ist daher dringend notwendig, ein System von Rettungs- und Erhaltungsstationen zu etablieren. Der vollständige Bericht kann heruntergeladen werden unter: www.save-foundation.net/deutsch/PDF/Balkan_Schlussbericht_09.pdf.
DAGENE - eine regionale NGO der Donauländer Die regionale NGO DAGENE (Donau-Länder-Allianz für die Erhaltung der Genetischen Vielfalt von Nutztierrassen) wurde bereits 1989 in Bugacpuszta Ungarn gegründet. Schwerpunkt der Aktivitäten sind der Austausch von "Know-how" und "Best Practice" zwischen den Donau-Anrainerstaaten wie Ungarn, Österreich, Slowenien, Kroatien, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Serbien, Bulgarien. Ein reger Austausch findet auch mit anderen Nachbarländern statt. Die Aktivitäten der DAGENE sind:
![]() Die Aktivitäten der DAGENE wirken sich auch auf die Subventionspraxis der Staaten aus, die die Erhaltung der wertvollen, gefährdeten tiergenetischen Ressourcen als Teil des nationalen Erbes zunehmend subventionieren. Aber es gibt immer noch viele offene Fragen in Zusammenhang mit der Erhaltung der gefährdeten autochthonen Nutztierrassen in den Donau-Ländern. DAGENE wird hierbei aktiv bleiben. Die nächste DAGENE Generalversammlung findet am15.-17. April 2010 in Brazi (Transsylvanien), Rumänien, statt. In Anlehnung an das UN-Jahr der Biodiversität ist das Hauptthema: "Biologische Vielfalt ist Leben - Agrobiodiversität ist unser Leben"
Öffentliche Konsultation der Stakeholder über Ansätze für ein neues EU Tiergesundheitsgesetz Für die neue Tiergesundheitsstrategie der EU 2007 - 2013 und deren Aktionsplan ist es von zentraler Bedeutung, einen klaren, einfachen Rechtsrahmen für die Tiergesundheit zu schaffen. Dafür müssen wichtige Schlüsselthemen bearbeitet werden:
![]() Verschiedene Probleme mit dem geltenden Recht wurden bereits identifiziert und müssen behandelt werden. Ein stärker an Prävention ausgerichteter Ansatz der Gemeinschaftlichen Tiergesundheitspolitik (CAHP) und die Komplexität der Rechtsvor-chriften stehen im Vordergrund. Im Fragebogen der Konsultation waren bereits mögliche Antworten zu einigen Problemen enthalten. SAVE Foundation hat die Konsultation Ende 2009 beantwortet. Die Antwort basiert auf den ELBARN (European Livestock Breeds Ark and Rescue Net)-Leitlinien zur Rettung autochthoner Nutztierrassen im Seuchenfall (siehe www.elbarn.net):
Q-Fieber in den Niederlanden Das Q-Fieber (Q = query = fraglich) wurde erstmals 1937 bei Schlachthausarbeitern als Erkrankung unbekannter Ursache in Australien wissenschaftlich beschieben. Q-Fieber ist eine akute, fieberhafte Erkrankung, die durch das Bakterium Coxiella Brunetii ausgelöst wird. Natürliches Reservoir der Bakterien sind Rinder, Schafe, Ziegen, Katzen, einige Wildtiere und Zecken. Infizierte Nutztiere zeigen oft keine Symptome, scheiden die Erreger aber vor allem bei Geburten und spontanen Fehlgeburten in grossen Mengen aus. Zur Infektion beim Menschen kommt es durch Einatmen von mit Bakterien verseuchtem Staub und direktem Kontakt mit infizierten Tieren bzw. Tierprodukten. In jüngster Zeit traten in den südlichen Niederlanden vermehrt Fälle von Q-Fieber auf. Die Behörden reagierten teilweise sehr strikt und ordneten die Tötung tragender Ziegen und Schafe in den betroffenen Regionen an. Diese Tötungsaktionen erfolgten ohne Rücksichtnahme auf Bestände gefährdeter autochthoner Nutztierrassen. Am 25. Februar 2010 fand in Breda, Südniederlande, eine Konferenz zum Q-Fieber statt, organisiert durch das Niederländische Ministerium für Landwirtschaft, die Universität Wageningen und den nationalen Tiergesundheitsdienst. Generelle Ergebnisse dieser Konferenz waren:
Es bleibt zu hoffen, daß das niederländische Landwirtschaftsministerium aufgrund dieser Informationslage auf die Motionen und Appelle der Tierhalter eingeht und ande-re Wege als bisher zur Prävention dieser Zoonose sucht.
Kurznachrichten 4. Europäisches
Seminar zur AgroBiodiversität und SAVE Jahrestreffen
2010: UN Jahr der
Biodiversität ![]()
Der Film "DIVERSEEDS:
Plant genetic resources for food and agriculture" ELBARN Umfrage zur
Identifikation von Rescue Centers: Neues EU Logo für
Bio-Produkte
Veranstaltungen (Auszug): 16. März: Forum für die Zukunft der Landwirtschaft: "Den Ernährungs- und Umwelt-Herausforderungen begegnen", Brüssel, Belgien. Web: http://www.forumforagriculture.com 19. März: Streuobst Forschungstagung an Uni Hohenheim, Stuttgart, Deutschland. Kontakt: schmieder@uni-hohenheim.de 19.-21. März: Jahresversammlung der Europäischen Föderation der City Farms, Bristol, Grossbritannien. Kontakt: efcf@vgc.be, Web: http://www.cityfarms.org 25.-27. März: Vielfalt säen - Vielfalt ernten! 5. Treffen der europäischen Saatgutinitiativen in Graz, Österreich. Kontakt: info@liberate-diversity-graz2010.org, Web: http://www.liberate-diversity-graz2010.org/ 25.-28. März: Europäische Woche über Fell und Wolle; Santuario di Oropa, Biella, Italen. Kontakt: info@biellathewoolcompany.it, Web: http://www.biellathewoolcompany.it 13.-15. April: 5. Internationale Ausstellung zu Floristik, Gartenbau, Baumschulen und Landschaftsgestaltung. Kiev, Ukraine. Web: http://www.flowers-hortech.com/en/exhibition-next_general.aspx 15.-17. April: Internationales Dagene Meeting "Biodiversity is life - AgroBiodiversity is our life" in Brazi (Retezat Region), Rumänien. Kontakt: ipate.iudith@gmail.com 22.-23. April: 11. Internationaler Wissenschaftskongress "Wirtschaftswissenschaften für ländliche Entwicklung 2010", Jelgava, Lettland. Kontakt: zane.bulderberga@llu.lv, Web: http://www.ef.llu.lv/index.htm?p=2 26.-29. April: 13. IAALD Weltkongress: "Wissenschaftliche und technische Information und Entwicklung des ländlichen Raums", Montpellier, France. Web: http://iaald2010.agropolis.fr 30. April - 1. Mai: SAVE Workshop zur Zucht gefährdeter Kleinviehrassen in Schimatari, Griechenland. Kontakt: info@monitoring.eu.com oder: amaltheia.zoagr@gmail.com 1.-6. Mai: 4. "Markt für Wollprodukte und Textil-Kunst", Bergerie Nationale de Rambuillet, Paris, Frankreich. Kontakt: atelier5@orange.fr, Web: http://pagesperso-orange.fr/atelier.laine 5.-6. May: Globaldiv - Eureca Workshop "Biodiversität beim Nutzvieh"; bei FAO, Rom, Italien. Kontakt: sipkejoost.hiemstra@wur.nl, Web: http://www.regionalcattlebreeds.eu 6.-7. Mai: 5. Organic Forum "Verarbeitung und Handel mit biologischen Nahrungsmitteln, Non Food und organischem Rohmaterial", Warschau, Polen. Web: http://www.organic-marketing-forum.org 8. Mai: Internationaler Tag des Esels: "Mobilisierung und Promotion für die Sache der Esel". Kontakt: asstute@lantic.net, Web: http://www.donkecology.com 16. Mai: Internationale Tagung "Tierhalterrechte - eine neue Chance für genetische Vielfalt und ökologische Tierhaltung?" auf Schloss Lichtenberg, Odenwald, Deutschland. Kontakt: ilse.koehlerroll@googlemail.com 12. Juni: GEO-Tag der Artenvielfalt 2010: "Wert der Natur: Warum sich Vielfalt rechnet". Kontakt geo-tag@geo.de, Web: http://wwwgeo.de/artenvielfalt 13.-18. Juni: BGCI 4. Weltkongress der Botanischen Gärten, Dublin, Irland. Web: http://www.4GBGC.com 28. Juni - 1. Juli: Internat. Symposium "Erneuerung und Nachhaltige Entwicklung in Ernährung und Landwirtschaft -ISDA 2010"; Montpellier, Frankreich, http://www.isda2010.net 4.-7. Juli: Workshop "Bergprodukte in der Ernährung: Ein spezielles Förderungssystem", Wien, Österreich. Contact: markus.schermer@uibk.ac.at 22.-27. August: 28. Internationaler Gartenbau-Kongress "Wissenschaft und Gartenbau für die Allgemeinheit", Lissabon, Portugal. Web: http://www.ihc2010.org 23.-27. August: 61. Jahrestagung der Europäischen Vereinigunf für Tierzucht (EVT), Heraklion auf Kreta, Griechenland. Kontakt: info@eaap2010.org, Web: http://www.eaap2010.org 29. August - 2. September: 23. Jahrestagung der Europäischen Föderation für Weidewirtschaft, Kiel, Deutschland. Kontakt: egf2010@email.uni-kiel.de, Web: http://www.egf2010.de 1. September: Bettag für den Umweltschutz der Orthodoxen Kirche (Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel). Web: http://patriarchate.org/environment 3.-5. September: 4. Europäisches Seminar zur Agrobiodiversität: "AgroBiodiversität - ein entscheidender Teil der Biodiversität"; Jahrestagung von SAVE Foundation und europäischem SAVE-Netzwerk (zusammen mit VERN e.V.) auf Schloss Criewen, Brandenburg, Deutschland. Kontakt: office@save-foundation.net 13.-16. September: ECP/GR Meeting "On-farm Erhaltung und Management Workshop" Madeira, Portugal. Kontakt: bioversity-ecpgr@cgiar.org 15.-17. September: Forum Carpaticum "Zusammenführung von Natur und Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit", in Krakau, Polen. Kontakt: office@forumcarpaticum.org, Web: http://www.forumcarpaticum.org 15.-19. September: Konferenz 2010 der Europäischen Föderation der City Farms und 20-Jahr-Feier des EFCF in der Bokkleslot City Farm, Kortijk, Belgien. Kontakt: efcf@vgc.be, Web: http://www.cityfarms.org September: 6. Interdisziplinäre und Interuniversitäre Konferenz "Die integrierte Entwicklung von Berggebieten", Metsovo, Griechenland. Kontakt: mirc@central.ntua.gr, Web: http://www.ntua.gr/MIRC/index-gb.html 22.-25. September: 2. Internationale Konferenz "Traditionelle Nutztierrassen und Kulturpflanzen als Teil des natürlichen und kulturellen Erbes"; in Porec (Istrien), Kroatien. Kontakt: kaps@dzzp.hr, Web: http://www.dzzp.hr/News-012010KAPS_Announcement.htm 27. September - 2. Oktober: Europäische Streuobsttage in Verbindung mit dem Europäischen Kulturdorf Kirchheim, Österreich. Kontakt: info@landobstland.org, Web: http://wwwlandobstland.org 29. September: Europäischer Tag der Agrobiodiversität EAD. Thema 2010: "AgroBiodiversität - ein entscheidender teil der Biodiversität". PR-Anlass für die Agrobiodiversität von allen möglichen Stakeholdern in ihren jeweiligen Ländern. Kontakt: info@monitoring.eu.com 14.-16. Oktober: 7. Internationales Symposium zu Mittelmeer-Schweinen, Cordoba, Andalusien, Spanien. Kontakt: Emiliano.DePedro@uco.es, Web: http://www.uco.es/congresos/cerdomediterraneo 27.-29. Oktober: Symposium "Viehhaltung und Umwelt-Wechselwirkungen im Mittelmeerraum" in Zadar, Kroatien. Kontakt: medit.zadar2010@unizd.hr, Web: http://www.unizd.hr/zadar2010
=>
Weitere Auskünfte sind erhältlich bei:
|
||
|
14.3.10 |
|||
|
SAVE Head
Office office(at)save-foundation.net
|
|
||