Aktuell & Events 3/2014

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 eNews: Oktober 2014

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SAVE auf neuen Wegen:
Jahrestreffen 2014 im Lonjsko Polje Naturpark, Kroatien

„Wegen schlechter Wetterbedingungen in den Sava Auen bringen Sie wenn möglich wasserfestes Schuhwerk mit“, lautete ein eher ungewöhnlicher Hinweis des SAVE Teams an die Teilnehmer des Jahrestreffens vom 18. – 20. September 2014 im Lonjsko Polje Naturpark in Kroatien. Eine Flutwarnung brachte Einschränkungen des Exkursions- programmes mit sich – und zeigte eindrücklich die Abhängigkeiten des Menschen von der Natur und die Lebensbedingungen in den Sava-Auen: Die Sava und ihre Nebenarme waren durch schwere Regenereignisse in den alpinen Regionen Sloweniens über die Ufer getreten. Menschen schützten sich durch Sandsäcke, Weidetiere mussten einge- stallt oder auf Notweiden verstellt werden.

Das Thema des 8. Seminars zur Agrobiodiversität „Agrobiodiversität und Naturschutz“ griff die gesamte Bandbreite des Zusammenspiels von landwirtschaftlicher Vielfalt und Naturschutz auf. Präsentationen befassten sich mit der Erhaltung der traditionellen Landwirtschaft zur Erhaltung der biologischen Vielfalt (Lonjsko Polje, Biokovo National- park, Kroatien), alten Nutztierrassen in Biosphärenreservaten (Deutschland), Nutztiere in der ungarischen Steppe und der Notwendigkeit einer geregelten Herdebuchzucht zur Erhaltung der rassespezifischen Vielfalt- Auch die Erhaltung der „Crop Wild Relatives“ in Naturschutzgebieten, dem holistischen Ansatz bei vielen NGOs und dem ökologische Wert wildlebender Nutztierpopulationen in Europa waren wichtige Themen. Zur Abrun- dung der Präsentationen gab es einen Apéro der besonderen Art: Zehn verschiedene kroatische Spezialitäten aus verschiedenen Regionen Kroatiens und Bosnien- Herzegowinas wurden vorgestellt und probiert. Die Präsentationen sind in Kürze auf der SAVE Webseite abrufbar: http://www.save-foundation.net/english/conferences.htm.

Das durch das Hochwasser eingeschränkte Exkursionsprogramm war beeindruckend, zeigte es doch ein besonderes Bild des Naturparkes mit grossen Wasserflächen, wo sonst Pferde und Rinder (Podolisches Grauvieh) weiden. Die typischen Turopolje Schweine waren wegen des Hochwassers leider nicht erreichbar, aber die autochthonen Posavina Pferde waren auf einer Flutweide vor dem Wasser geschützt zusammengetrie- ben worden. So war es einmalig, die gesamte Erhaltungsherde an einem Ort anschauen zu können.

Das SAVE Jahrestreffen 2014 war auch hinsichtlich interner Neuerungen sehr bedeut- sam: Neue Formen und Möglichkeiten des SAVE Netzwerkes und des SAVE Projektbü- ros wurden diskutiert. Dabei wurde festgehalten, dass das SAVE Netzwerk sehr wichtig ist, weil es Stakeholdern in ganz Europa die Möglichkeit bietet, Wissen und Erfahrung auszutauschen. Dies wird verstärkt, weil nun die Netzwerk-Mitglieder aktiv in die Netz- werk-Arbeit eingebunden werden. Das Netzwerkbüro wird in Zukunft in den Niederlanden angesiedelt und durch die Partnerorganisationen bei der „Stichting Zeltzame Huisdierrassen“ und „De Oerakker“ betrieben. Damit verbunden sind einige Umstrukturie- rungen, die gemeinschaftlich angegangen werden. Das bisherige SAVE Projektbüro in St. Gallen wird weiterhin für Projekte im Sinne von Gebiets- und Themen-Netzwerken, Basis- und Modellprojekten zur Agrobiodiversität aktiv sein und mit den Partnern zusam- menarbeiten. Gerade wegen dieser klaren Aufgabenverteilung wird das Wirken der SAVE Foundation als eine Einheit deutlich, wobei das Netzwerkbüro hauptsächlich für Netzwerken und Lobbying verantwortlich ist und das Projektbüro für Projekte im oben genannten Sinne einstehen wird. Das Netzwerkbüro und das Save-Projektbüro arbeiten eng zusammen, damit die Nachhaltigkeit der Projekte und des Netzwerkes gesichert ist.

Auch personelle Wechsel markieren die Neuausrichtung von SAVE Foundation, die am SAVE Jahrestreffen bekannt gemacht wurden:

 

SAVE Excecutive vice Chairman

Nach mehr als 20 Jahren als SAVE executive vice chairman und Geschäftsführer trat Hape Grünenfelder anlässlich des SAVE Jahrestreffens von seinem Amt zurück. Hape Grünenfelder ist einer der Gründerväter von SAVE Foundation. Schon früh hat er er- kannt, wie wichtig es ist, vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und Nutzpflanzen zu erhalten. Dass bei der Nahrungsmittelproduktion nicht nur das Ertragsoptimum zählt, hat er als Gründer und Geschäftsführer der schweizerischen Partnerorganisation ProSpecieRara bald einer breiten Öffentlichkeit verständlich gemacht. Gleichzeitig suchte er aktiv den Austausch mit Experten im grenznahen Ausland und entwickelte so die Basis für die spätere europaweite Vernetzung. Seinem Einsatz für einen europäischen Schulterschluss der Erhaltungsarbeit ist es zu verdanken, dass es die internationale Nicht-Regierungsorganisation SAVE Foundation gibt. Es ist nicht zuletzt sein Verdienst, dass es heute in vielen europäischen Ländern aktive Erhaltungsorganisationen gibt. Der „Bottom up“ Ansatz ist ihm stets ein wichtiges Anliegen. So hat Hape Grünenfelder nicht nur dafür gesorgt, dass Landes- und Regionalorganisationen entstanden, sondern auch, dass Halter und Züchter innerhalb der SAVE Foundation ein Gefäss zur Vernetzung und zum Austausch durch die „Variety Savers“ oder durch das europäische Netzwerk „Arca-Net“ erhalten. Wir sind froh, dass uns Hape Grünenfelder als SAVE Stiftungsrat auch weiterhin zur Verfügung steht und freuen uns auf seine stets konstruktive Unterstützung und Expertise.
Der SAVE Stiftungsratspräsident Geert Boink übernimmt in Zukunft die ausführende Funktion. Er überreichte Hape Grünenfelder als symbolischen Dank des gesamten Netzwerkes eine Tafel mit den Namen aller SAVE Netzwerkpartner.

 

SAVE Programme Direktrice Elli Broxham tritt zurück

Elli Broxham, langjährige SAVE Programme Direktrice, gab ihren Abschied bekannt. Elli hat SAVE Foundation nicht zuletzt durch die „Social Sciences“ und ihren landwirtschaftlichen Hintergrund in den letzten nahezu 10 Jahren ein gutes Stück weiter auf einen konstruktiven Weg gebracht. Ihr scharfer Blick für das Wesentliche und ihr professioneller Umgang mit internationalen Gremien wie EU und FAO waren eine unschätzbare Hilfe für SAVE. Ihr trockener, manchmal sehr britische Humor und unkonventionelle Sichtweise hat so manche schwierige Situation entschärft und neue Perspektiven eröffnet. So hat Elli nicht nur das europäische Projekt ELBARN hervorragend organisiert und beim HERITASTE Label intensiv mitgearbeitet, sondern auch konstruktiv an Neuerungen und Änderungen von SAVE Foundation als europäische Dachorganisation gewirkt. Wir sind sehr froh, dass Elli Broxham auch weiterhin den Anliegen von SAVE nahestehen und diese nach Kräften unterstützen wird.

 

SAVE Websites in neuer Hand

Bereits im August hat Ulrich Donath als Datenbankexperte SAVE Foundation verlassen. Ulrich Donath ist bei SAVE wohlbekannt als technischer Betreuer des europäischen Arca-Net. Hier hat er viel Energie und Engagement investiert, damit das Arca-Net stets à jour gehalten wurde. Ohne ihn wäre das ELBARN.net als informative und übersichtliche Webseite so nicht entstanden. Ferner stand er stets den SAVE Mitarbeitern bei allen grossen und kleinen Computerproblemen zur Verfü- gung. Seine Aufgaben werden neu von Werner Schachtler am neuen Sitz des SAVE Projektbüros in St. Gallen wahrgenommen. Mit einem weinenden Auge verabschieden wir also Uli und mit einem lachenden Auge begrüssen wir Werner an Bord von SAVE Foundation und freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit.

 

SAVE Geschäftsführung im Projektbüro St. Gallen

Mit Martin Arnold als neuem Geschäftsführer des SAVE Pro- jektbüros St. Gallen konnte SAVE einen engagierten Journalis- ten mit viel Erfahrung im Bereich Natur und Umwelt gewinnen. 1989 gründete er das Pressebüro Seegrund mit. Seither arbei- tet er für Printmedien im In- und Ausland. Darüber hinaus baut er thematische Homepages, so beispielsweise www.Alpenmagazin.org oder www.mangel-und-moral.org. Martin Arnold ist Mitautor mehrerer Bücher wie: „Die schönsten Naturparadiese der Schweiz“, das in 2. Auflage vorliegt, sowie dem Buch „Die Naturpärke der Schweiz“. Zudem verfasst Martin Arnold Texte für Ausstellungen, Hörspiele und entwickelt auch beim Fotografieren immer wieder Ehrgeiz. Er ist Vorstandsmitglied im WWF des Kantons St. Gallen und daher mit den Themen von SAVE vertraut.
Die fruchtbaren Diskussionen des SAVE Jahrestreffens 2014 schafften eine neue Basis des Vertrauens und die Bereitschaft, auf ein neues Konzept gemeinsam einzutreten. Das SAVE Jahrestreffen 2015 wird voraussichtlich in Griechenland wiederum mit einem interessanten Programm und anregenden Diskussionen stattfinden.

 

Arca-Deli® Awards 2014

Auch 2014 wurden wieder Arca Deli® Awards anlässlich des SAVE Jahrestreffens verliehen. Die Auszeichnung verleiht Produkten von alten Rassen und Sorten eine Wertsteigerung, denn sie zeigt dem Konsumenten, dass die Erhaltungsarbeit hinter dem Produkt auf europäischer Ebene anerkannt wird. Der Jury war es eine Ehre, die Produkte zu prüfen und zu probieren. Wieder war es wichtig, dass der Hinter- grund der Produkte sichtbar gemacht wird. Es reicht nicht, ein gutes Produkt zu haben. Dem Kunden muss auch gezeigt werden, dass es der Erhaltung der landwirtschaftlichen Vielfalt dient. In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass Produkte möglichst in ihrer Originalverpackung, wie sie auch dem Kunden angeboten werden, eingereicht werden sollten. Ferner ist es wichtig, auch den Verkaufspreis des Produktes bekannt zu machen.
 
2014 wurden Arca Deli® Auszeichnungen an folgende Produkte vergeben:

Schafskäse (Ovche Sirene) vom Karakachan Schaf (Bulgarien)

Dieser Käse ist ein hervorragender Beitrag zur In-Wert-Setzung einer alten Rasse. Er ist von hoher Qualität und sehr gutem Aroma. Es wäre sicherlich von Nutzen, wenn über die besondere Art der Produktion mehr bekannt gemacht würde.

Ziegenkäse (Koze Sirene) der Kalofer Ziege (Bulgarien)

Dieses Produkt zeigt, dass Kalofer Ziegen nicht nur wegen ihres Fells und der damit verbundenen lokalen Karnevalstradition gehalten werden, wobei das eindrückliche Fell als kostbares Kostüm verwendet wird, sondern auch für ein kulinarisches Nischenprodukt: Der Käse ist mild und aromatisch und von hervorragender Qualität. Auch hier wäre es gut, z.B. auf der Originalverpackung Hin- weise zur besonderen Herstellungsmethode zu finden.

Schinken von alten Schweinerassen (Deutschland)

Der Beitrag zur Erhaltung der alten Schweinerassen „Buntes Bentheimer Schwein“ und „Mangalitza“ wird als ausgesprochen hoch eingestuft. Die alten Schwei- nerassen wurden traditionell auf eine hohe Speckaus- beute hin gezüchtet. Da Fett ein guter Aromaträger ist, ist das Fleisch sehr aromatisch. Moderne Verbraucher müssen von diesen und anderen positiven Eigenschaf- ten alter Schweinerassen überzeugt werden. Die Quali- tät und der Geschmack des Schinkens überzeugen. Besonders die Verbindung von Speck und Schinken ist sehr innovativ. Der Slogan „Schützen durch Essen“ ist originell und werbewirksam.

Bildungsangebot mit Poitou Eseln (Deutschland)

Die Bestandeszahlen von Eseln sinken weltweit. Über die Eigenarten und die Nutzung von Eseln ist in der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt. Das Bildungsangebot mit den attraktiven, aber europaweit gefährdeten Poitou-Eseln ist ein wichtiger Beitrag zum Ver- ständnis dieser Nutztierart. Die Beweidung auf Halb-Trockenrasen macht den Besuchern deutlich, wie wichtig das Zusammenspiel von Nutztieren und die Erhaltung selten gewordener Lebensräume ist.

Pullunder aus der Wolle alter Schafrassen (Deutschland)

Der handgesponnene und handgestrickte Pullunder ist aus Wolle des Bentheimer Landschafes, des braunen Bergscha- fes und des Rauhwolligen Pommerschen Landschafes. Er ist ein angenehm zu tragendes Produkt, in dem weichere mit gröberer Wolle verarbeitet wurde. Durch diese innovative Nutzung verschiedener Schafrassen, deren Wollqualitäten und natürlich vorkommende Farben, wird ein mehrfacher Beitrag zur Erhaltung der Schafrassen geleistet. Jeder Pullunder ist ein Unikat.

Die vorgestellten Produkte erfüllen die Anforderungen und werden daher mit dem Arca Deli® Award 2014 ausgezeichnet. Produkte und Dienstleistungen aus alten Rassen und Sorten werden für Konsumenten zunehmend sicht- und erfahrbar: seit der Einführung des Arca Deli® Awards 2011 wurden bereits 23 Produkte und Dienstleistungen aus 9 Ländern ausgezeichnet!

 

Das Nagoya Protokol zu genetischen Ressourcen und traditionellem Wissen tritt in Kraft

Das Nagoya-Protokoll über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die ausgewogene und gerechte Aufteilung ihrer Vorteile tritt als Teil der Umsetzung der Biodiversitätskonvention (CBD) in Kraft. Ein gerechter und transparenter Zugang und die Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen und des damit verbundenen traditionellen Wissens wird damit weltweit geregelt.

Die ausgewogene und gerechte Aufteilung der Vorteile aus genetischen Ressourcen ist neben der Erhaltung der biologischen Vielfalt und der nachhaltigen Nutzung eines der drei Hauptziele der CBD.

Zugang und Nutzen genetischer Ressourcen aus Pflanzen, Tieren, Bakterien oder anderen Organismen für kommerzielle Nutzung, Forschung oder für andere Zwecke wird nun auf der Basis von Vereinbarungen zwischen Anbietern und Nutzern geregelt werden. Grundlegend sind die vorherige Zustimmung und einvernehmlich festgelegten Bedingungen zwischen beiden Parteien.

Die Vorteile, die im Austausch zum Zugang zu genetischen Ressourcen erlangt werden, können monetär oder z.B. durch Technologietransfer, gemeinsame Forschung und andere Leistungen abgegolten werden. Da so die Parteien vollumfänglich von ihren genetischen Ressourcen profitieren, werden neue Möglichkeiten und Anreize für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt geschaffen.

Das Protokoll geht auch auf Fragen im Zusammenhang mit dem Zugriff auf und den Vorteilsausgleich aus der Nutzung des traditionellen Wissens im Zusammenhang mit genetischen Ressourcen von indigenen und lokalen Gemeinschaften ein. Maßnahmen zur vorherigen Zustimmung und gerechtem Vorteilsausgleich mit diesen Gemeinschaften sollen für mehr Gerechtigkeit sorgen, zumal auch die Regeln und Gesetze dieser Gemeinschaften zu beachten sind.

Dieser historische Vertrag ist das Ergebnis jahrzehntelanger Verhandlungen, der in Na- goya, Japan, bereits 2010 seinen vorläufigen Höhepunkt fand (Volltext siehe: www.cbd.int/abs/doc/protocol/nagoya-protocol-en.pdf). Allerdings mussten zunächst 50 Vertragsstaaten das Protokoll ratifizieren, bevor es in Kraft treten konnte. Seit Mitte Juli 2014 gibt es 54 Ratifikationen. Die Liste der Unterzeichner des Nagoya-Protokoll finden Sie unter: www.cbd.int/abs/nagoya-protocol/signatories/.

Das Nagoya Protokoll anerkennt die „besondere Natur der landwirtschaftlichen Biodiver- sität, und dass seine Besonderheiten und Probleme individuelle Lösungen brauchen“. Der enge Zusammenhang zwischen genetischen Ressourcen, traditionellem Wissen, Kultur, Ökosystemen und Existenzgrundlagen wird durch das Protokoll klar herausge- stellt. Es bleibt abzuwarten, wie schnell die Umsetzung erfolgen wird. Bisher konnten ge- netische Ressourcen und traditionelles Wissen in vielen Ländern ohne jegliche Ein- schränkungen genutzt werden. Fehlende Regelungen bergen stets die Gefahr, dass Bio- piraterie quasi legalisiert wird. Daher ist eine schnelle Umsetzung dringend notwendig. Siehe: www.cbd.int oder David Ainsworth, Information Officer: david.ainsworth@cbd.int

 

Newsflash

Schriftenreihe Kulturpflanzen in der Schweiz

Heute ist das Interesse an der Kulturpflanzenvielfalt sehr gross. In der Schweiz waren Züchter die Ersten, die die Bedeutung der Vielfalt von Landsorten erkannten, denn Züchtung ist auf eine breite Palette von Sorten und Eigenschaften angewiesen. Private Organisationen sam- melten alte Sorten. Seit 1999 unterstützt der Staat mit dem Inkrafttreten des Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (NAP-PGREL) die Sammlung, Sicherung, Identifizierung und Beschreibung alter Kulturpflanzen. Derzeit werden 8291 Sorten erhalten (20 Pflanzenfamilien und 50 Arten). In der Schweiz liegt daher eine Fülle an Informationen vor, die aber bisher nicht geprüft, zusammengefasst und für die Öffentlichkeit verständlich dargestellt wurden. Die Schriftenreihe „Kulturpflanzen in der Schweiz“ füllt diese Lücke und zeigt die grosse Bedeutung unserer Kulturpflanzen auf. Die Reihe richtet sich als fundierte Grundlage an Fachkreise, Anbauer, Erhalter, Do- zenten, Studenten, Journalisten, Politiker und Behördenvertreter. Bisher sind auf Deutsch und auf Französisch erschienen: Mais / L’épeautre; Weizen / Le blé ; Gerste / L’orge; Kartoffel / Pomme de terre; Mais / Le maïs. Die einzelnen Hefte oder auch die ganze Reihe ist im Buchhandel erhältlich oder beim Autor Peer Schilperoord: schilperoord@bluewin.ch und kosten 25.- CHF pro Heft.

EU-Rechnungshofbericht zu EFRE und Biodiversität

Aus einem vom Europäischen Rechnungshof (EuRH) veröffentlichten Bericht geht hervor, dass die EU-Mitgliedstaaten bei der Inanspruchnahme von Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), die zur Finanzierung von Projekten zur Eindämmung des Verlustes der biologischen Vielfalt (Biodiversität) bestimmt sind, im Vergleich zu anderen EFRE-Ausgabenbereichen im Rückstand sind. Damit der EFRE im Hinblick auf die Umsetzung der EU-Strategie zur Eindämmung des Verlusts der biologischen Vielfalt bis 2020 weiterhin als nützliches Instrument betrachtet werden kann, sollte die Kommission die Mitgliedstaaten stärker bei der Umsetzung spezifischer Schutz- und Bewirtschaftungspläne für natürliche Lebensräume und Arten unterstützen. Außerdem muss die Überwachung der Durchführung und der Auswirkungen der Biodiversitätsprojekte verbessert werden. Weitere Informationen siehe: http://www.eca.europa.eu/de/Pages/NewsItem.aspx?nid=5141

Seltene Nutztiere der Alpen – ein Bestseller zu Weihnachten

Die Alpen sind nicht nur Wirtschafts- und Kulturraum für über 13 Millionen Menschen, sondern auch Lebensraum von 110 gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen. Eine 7‘000 Jahre alte Bergbauernkultur ist im Begriff, allmählich zu verschwinden. In diesem außergewöhnlichen Nachschlagewerk begegnen wir Idealisten, Experten und Querdenkern, die sich engagiert und mit Liebe zu ihren Tieren für die bedrohten Nutztierrassen einsetzen – von Slowenien über alle Talschaften der Ost- und Westalpen bis an die Küste der Côte d'Azur. Der Autor dieses reich illustrierten Standardwerkes, bereiste drei Jahre lang die verschiedenen Alpenregionen, um alles Wissenswerte aus dem reichen Erfahrungs- schatz der Züchter zusammenzutragen. Gebannt folgen wir ihm zu den letzten Hirtenhunden Osttirols und Savoyens, lernen die kleinsten Rinder der Alpen kennen und erfahren Erstaunliches über die Esel der Provence, die letzten schwarzen Alpenschweine und die seltenen blauen Ziegen Tirols. Günter Jaritz, Seltene Nutztiere der Alpen, 7‘000 Jahre geprägte Kulturlandschaft, ISBN 978-3-7025-0744-2, EUR 39,– im Buchhandel.

APLA– Verein zur Erforschung der Eselsmilch in Frankreich

In Frankreich gibt es etwa 20 Betriebe, die Eselsmilch produzieren.. Der Verein APLA (Association des Producteurs de Lait d’Ânesse) bringt die Produzenten zusammen und verpflichtet sich, die Forschung an der Eselsmilch zu fördern. Bereits seit 10 Jahren mo- tivieren Eselzüchter der Region Midi-Pyrénées Lehranstalten und Wissenschaftler um Unterstützung bei der Erforschung der Zusammensetzung und besondere der Inhalts- stoffe der Eselsmilch, aber auch bei der Strukturierung und der Entwicklung einer Zu- kunftsstrategie des Sektors. 2012 kamen erste Partnerschaften zustande. Weitere Schrit- te für eine intensivere Untersuchung der Eselsmilch und des Esel-Sektors sind nun auf dem Weg. Mehr Informationen (auf Französisch) siehe: http://www.aplanesse.org

Shaping our food – ein Überblick über die Tier- und Pflanzenzucht

Sie werden sich bisher kaum gefragt haben, warum Tomaten so aussehen, wie sie eben aussehen, warum unsere Nutztiere so ruhig und freundlich sind oder warum es Wasser- melonen ohne Samen zu kaufen gibt. Obwohl die Züchtung von Nutztieren und Kultur- pflanzen fast alles geformt hat, was wir essen, wissen nur wenige um die wissenschaftli- chen Leistungen und die mühsame Arbeit, die es braucht, bis wir das auf dem Teller ha- ben, was wir täglich essen. „Shaping our Food“ gibt einen Überblick, wie Domestizierung und Züchtung von den Anfängen der Landwirtschaft vor 10‘000 Jahren bis zur modernen Molekulartechnik von heute. Die Publikation entstand im Rahmen des Forschungspro- gramms Mistra Biotech. Editor: Anna Lehmann. Kostenloser Download unter: http://www.slu.se/shapingourfood/en

 

Veranstaltungen (Auszug)

22.-24. Oktober: 9. Europ. Berggebiets-Konvention: Qualität von den Bergen: Prosperität für Leute und Regionen. In Bilbao, Spanien. Web: www.euromontana.org

23.-27. Oktober: Salone del Gusto und Terra Madre, in Turin. Italien. Web: www.salonedelgusto.com

5.-7. November: 17. Internationaler AIMA Kongress der Landwirtschafts-Museen: "Land- wirtschaftliche Sammlungen: eine neue Dynamik", in Marseille, Frankreich. Web: castle.eiu.edu

5.-8. November: LandLife Congress „Land: Quality of Life", 1. Europäischer Landschafts- pflege Kongress, Barcelona, Spanien: www.landstewardship.eu

13.-15. November: "Gut Leben in den Alpen! - Kreative Antworten auf die Ressourcen- knappheiten", CIPRA Jahresfachtagung 2014 in Annecy, Frankreich. Kontakt: international@cipra.org, Web: www.cipra.org

20.-22. November: „Interpoma 2014“ Internat. Fachmesse für Anbau, Lagerung und Vermarktung des Apfels incl. internat. Pomologentreffen, Bozen, Italien. Web: www.interpoma.it

25.-26. November: “Realising the promise of ecosystem services for nature reserves” Workshop zur Finanzierung von Ökosystemen, , Amsterdam, Niederlande, Web: ec.europa.eu

26.-29. November: „Agraia“, Wels, Österreich, Fachmesse für Landwirtschaft Web: www.agraria.at

11. Dezember: UN Tag der Berge 2014. (International Mountain Day). Thema 2014: Landwirtschaft in den Bergen, die Landwirtschaft für Familien. Web.: www.un.org

2015

14. -16. Januar: Kongress “IPM Innovation in Europe” Posen, Polen. Web: www.ior.poznan.pl

21. Februar – 1. März: Salon International de l'Agriculture 2015, Paris, Frankreich. Web: en.salon-agriculture.com

=> weitere Daten unter www.save-foundation.net

SAVE Foundation, Projekt-Büro,
Neugasse 30, CH-9000 St.Gallen/Schweiz
E-Mail:
office@save-foundation.net

 

2014-07-08